Multiplikation

Auf dieser Seite können Sie sich mit den folgenden drei Beispiele in die Denkweisen der Kinder zum Thema Multiplikation im Kopf sensibilisieren.

In den verschiedenen Schülerdokumenten können auftretende Fehlermuster und individuelle (aber richtige) Vorgehensweisen zum Thema erkannt und auf neue Aufgaben übertragen werden.

Maja bearbeitet den folgenden Arbeitsauftrag:

Rechne die Aufgaben im Kopf. Wie lautet das Ergebnis?

Kannst du Majas Denkweise erkennen?

Wie würde Maja vermutlich auch den folgenden Arbeitsauftrag lösen?

Rechne 9 • 6 im Kopf. Wie lautet das Ergebnis?

Überlege zunächst selbst.

Hier kannst du aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten wählen.

Welche hältst du für wahrscheinlich? 

Das denken wir auch. Maja hat auch hier vermutlich gedacht: "Ich rechne erstmal 10 • 6, das finde ich einfacher. Das ist 60. Weil 10 eins mehr ist als 9, muss ich noch minus 9 rechnen, weil die Aufgabe ja 9 • 6 und nicht 10 • 6 ist. Also kommt da 51 raus." Es wird also auch hier wie oben eine Hilfsaufgabe gerechnet und anstatt den zweiten Faktor (6) zu subtrahieren, wird der erste Faktor (9) subtrahiert.

Das halten wir für unwahrscheinlich. Eine mögliche Erklärung für diesen Fehler ist, dass sich das Kind vermutlich gedacht hat: "Ich rechne einfach in Sechserschritten: 6, 12, 18, 24, 30, 36, 42, 48. Also ist das Ergebnis 48." Hier wird die Sechserreihe aufgesagt und dadurch, dass nicht korrekt nachgehalten wird, wie viele Sechser schon berücksichtigt sind, wird das Resultat von 8 * 6 notiert.

Das halten wir für unwahrscheinlich. Eine mögliche Erklärung für diesen Fehler ist, dass sich das Kind vermutlich gedacht hat: "Zuerst rechne ich 10 * 6, das finde ich einfacher. Das ist 60. Weil 10 eins mehr ist als 9, muss ich noch minus 1 rechnen. Also kommt bei der Aufgabe 59 raus." Im zweiten Schritt der Rechnung wird statt 1 • 6 nur 1 (und nicht 6) subtrahiert.


Adrijana bearbeitet den folgenden Arbeitsauftrag:

Rechne die Aufgaben im Kopf. Wie lautet das Ergebnis?

Kannst du Adrijanas Denkweise erkennen?

Wie würde Adrijana vermutlich auch den folgenden Arbeitsauftrag lösen?

Rechne die Aufgabe 3 • 6 im Kopf. Wie lautet das Ergebnis?

Überlege zunächst selbst.

Hier kannst du aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten wählen.

Welche hältst du für wahrscheinlich? 

Das halten wir für wahrscheinlich. Wie in den Beispielen oben hat Adrijana vermutlich auch bei dieser Aufgabe gedacht: "Ich fange bei der 6 an zu zählen, weil 1 * 6 habe ich dann ja schon. Dann kommen 6, 7, 8, 9, 10, 11. Also habe ich dann 2 * 6. Für 3 * 6 zähle ich weiter: 11, 12, 13, 14, 15, 16. Also ist das 16." Hier wird also auch zählend gerechnet. Dabei wird jeweils beim ersten Summanden angefangen zu zählen statt bei dessen Nachfolger.

Das halten wir für unwahrscheinlich. Eine mögliche Erklärung für diesen Fehler ist, dass sich das Kind eventuell gedacht hat: "Ich finde es einfacher, zuerst 2 * 5 zu rechnen. Dann fehlt mir aber noch einmal eine 3 und einmal eine 6, weil ich ja erst 2 und 5 genommen habe. Und 10 + 3 + 6 ist 19." Zunächst wird eine Hilfsaufgabe gerechnet. Statt eine 5 zu addieren (3 * 5) und dann eine 3 (3 * 6), wird eine 3 und eine 6 addiert.

Das halten wir für unwahrscheinlich. Eine Erklärung für diesen Fehler könnte sein, dass sich das Kind vielleicht gedacht hat: "Ich mache aus der Aufgabe zuerst eine andere Aufgabe, weil ich das einfacher finde. Die Aufgabe ist dann 3 * 5. Das ergibt 15." Anders als oben wird zunächst eine Hilfsaufgabe ermittelt, dann aber vergessen, eine weitere 3 zu addieren.


Tarek bearbeitet den folgenden Arbeitsauftrag:

Rechne die Aufgaben im Kopf. Wie lautet das Ergebnis?

Kannst du Tareks Denkweise erkennen?

Wie würde Tarek vermutlich auch den folgenden Arbeitsauftrag lösen?

Rechne 6 • 8 im Kopf. Wie lautet das Ergebnis?

Überlege zunächst selbst.

Hier kannst du aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten wählen.

Welche hältst du für wahrscheinlich? 

Das halten wir für wahrscheinlich. Tareks Fehler liegt auch in diesem Beispiel, wie oben, vermutlich darin, dass er gedacht hat: "Ich rechne die Aufgabe in Achterschritten. Also die 8 habe ich schon und dann kommen 16, 24, 32, 40, 48, 56. Das Ergebnis ist dann 56." Es wird also nicht beim Zahlwort des zweiten Faktors (8) begonnen die Reihe aufzusagen, sondern erst beim zweiten Zahlwort der Reihe (16).

Das halten wir für unwahrscheinlich. Eine  Erklärung für diesen Fehler könnte sein, dass sich das Kind eventuell gedacht hat: "Ich rechne zuerst 5 * 8, das finde ich leichter. Da kommt 40 raus. Dann fehlen noch 6, weil es ja 8 * 6 ist und nicht nur 5 * 8. Und 40 + 6 ergibt 46." Anders als oben wird hier im Anschluss an die gebildete Hilfsaufgabe der erste Faktor (6) anstatt der zweite Faktor (8) addiert.

Das halten wir für unwahrscheinlich. Eine mögliche Erklärung für diesen Fehler ist, dass sich das Kind vermutlich gedacht hat: "Bei der Aufgabe kann ich einfach bei der 6 eine 1 dazutun und bei der 8 dafür eine 1 abziehen. Dann bleibt das Ergebnis gleich, weil ich beide Zahlen gleich verändert habe. Und 7 * 7 kann ich gut rechnen. Das ist 49." Statt 6 * 8 wird hier 7 * 7 gerechnet. Es wird also eine Rechenstrategie übertragen, die bei der Addition, nicht aber bei der Multiplikation, funktioniert (6 + 8 = 7 + 7).